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16. Juni 2010 von Axel

Abstiegsangst großgeschrieben

Deutschland hat Angst? Die Mittelschicht schrumpft. Die Menschen fürchten ihren nahen Abstieg. Immer mehr so genannte Leistungsträger, heißt es in einigen Zeitschriften und Zeitungen, bangten um ihren sozialen Status. Kurz vor der Sommerpause weht ein Hauch von Panik durch Teile des Zeitungsblätterwalds. Zu Unrecht.

Grund für die Sorge um den Wohlstand ist eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die den wegweisenden Titel „Einkommensentwicklung in Deutschland: Die Mittelschicht verliert“ trägt. Demnach steigt die Zahl der reichen Menschen genauso wie die Zahl derer, die mit niedrigem Einkommen auskommen müssen oder arm sind. Dieser Trend löse bei der Mittelschicht starke Ängste aus, zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ aus der Studie. Es entstehe eine „Statuspanik“ der Mittelschicht, in die Unterschicht abzusteigen.

Dass Einzelne Angst vor dem sozialen Abstieg haben, ist verständlich. Die jüngsten Debatten um Altersarmut, Hartz IV oder Sozialmissbrauch haben ja längst gezeigt, wie ausweglos Armut ist. Dass aber ganze Schichten von der Angst vor dem Abrutschen ergriffen sind, ist, wenn es denn so stimmt, ein neues Phänomen.

Die Wahrheit allerdings steht, wie so oft, im Kleingedruckten. Wer auf der Internetseite des DIW (http://diw.de) nachliest, was die Forscher denn nun erforscht haben, der findet nichts haltbares von Statuspanik oder Abstieg. Nüchtern stellen die Forscher fest: Arm und Reich driften in Deutschland immer weiter auseinander. Punkt. Was das bei Deutschlands so genannten Leistungsträgern und dem vermutlich unproduktiven Rest der Bevölkerung auslöst, das kann niemand sagen.

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3 Kommentare »

  • Das sollte man mal im Zusammenhang mit den 6,8 Millionen deutschen Hartz IV-Empfängern durchdenken…, dann kommt man vermutlich zu der Erkenntnis, dass der Anreiz für Unproduktivität zu gross ist…

    Kommentar by Frank — 9. August 2010 @ 14:56

  • @Frank: da kann ich dir leider nicht Recht geben. Wer in der “guten Mittelschicht” ist, empfindet Hartz4 nicht unbedingt als “Anreiz”. Wurde man jedoch quasi hinein geboren, kann ich mir vorstellen, dass die Hartz4 Leistungen als Bremse fungiert um aus diesem Status wieder heraus zu kommen. Nur meine ganz persönliche subjektive Meinung : )

    Kommentar by Samsine — 18. August 2010 @ 15:45

  • @Samsine: Sag ich doch ;) Du hast natürlich Recht, das Hauptproblem ist die falsche Anreizfunktion von Transfers insbesondere für Geringverdiener.

    Kommentar by Frank — 31. August 2010 @ 14:29

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