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27. Juli 2010 von Bettina

Ohne Garantie

Da ist sie wieder, die große politische Leere namens Sommerloch. Aussagen von Ministern oder Hinterbänklern, die jetzt in Interviews mit markigen Sprüchen versuchen, auf sich aufmerksam zu machen, sind mit Vorsicht zu genießen. Das gilt auch für die Forderung von Rainer Brüderle. Der Wirtschaftsminister hat schön gewartet, bis die Kanzlerin in die Sommerpause verschwandt und die Medien neuen Input brauchten, um gegen die Rentengarantie zu wettern. So weit, so bekannt und oft erlebt.

Neu ist: Brüderle hat dieses Mal sogar recht mit dem, was er sagt. Zumindest im Grundsatz. In der größten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg gab es durchaus Gründe dafür, die negativen Auswirkungen für Rentner abzufedern. Schließlich können sie, anders als Arbeitnehmer, an ihrer wirtschaftlichen Situation kaum noch etwas ändern. Dass auch der reiche Mallorca-Pensionär profitiert und die CDU eine wichtige Wählergruppe ruhigestellt hat – geschenkt. Eine zeitlich befristete Garantie in dieser Krise lässt sich rechtfertigen.

Was aber nicht funktioniert ist eine Rentengarantie als Dauereinrichtung. Ein solches Versprechen ist langfristig nicht zu halten. Wer sich auch nur ein bisschen mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigt weiß, dass er privat vorsorgen muss. Wer das nicht weiß, wird mit einer so genannten Rentengarantie nur weiter in falscher Sicherheit gewiegt.

Herr Brüderle hat recht mit seiner Forderung. Und das ist tatsächlich mal eine Nachricht.

2 Kommentare »

  • Brüderle ist eh der einzige Lichtblick der aktuellen Regierung. Wer hätte das am Anfang gedacht.

    Kommentar by Rainer — 5. August 2010 @ 20:00

  • Rentengarantie hin oder her – will die Politik der Gerechtigkeit, die sie sich so gerne auf die Fahnen schreibt, Rechnung tragen, dann muss sie jenen Menschen, die ihr ganzes Leben unter den rosigsten Verlautbarungen eingezahlt haben, am Ende auch in die Augen schauen können. Die nächste Generation hat Zeit, sich auf die neuen Bedingungen einzustellen, die alte soll aber nach Möglichkeit das bekommen, was ihr versprochen wurde.

    Kommentar by Tim — 6. August 2010 @ 13:47

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