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28. Oktober 2010 von Norman

Rente mit 67 – IG-Metall fordert Volksentscheid

Die Rente mit 67 ist und bleibt ein Streitthema. So forderte IG-Metall-Chef Huber am vergangenen Wochenende einen Volksentscheid, während Bundesarbeitsministerin von der Leyen in den kommenden Jahren keine Möglichkeit sieht, auf die Arbeitskraft angehender Pensionäre zu verzichten.

Berthold Huber, Chef der Gewerkschaft IG Metall, sprach sich für eine Volksabstimmung über die Rente mit 67 aus und sagte gegenüber der Rheinischen Post vom Samstag: „Auch auf Bundesebene brauchen wir künftig mehr plebiszitäre Elemente, mehr Mitbestimmung der Bürger. Wir sollten zum Beispiel über die Rente mit 67 abstimmen lassen.“. Nahezu zeitgleich äußerte sich Ursula von der Leyen gegenüber der Bild am Sonntag: „Ältere Arbeitslose sind die Gewinner am Arbeitsmarkt. Die Zahl der Beschäftigten über 60 hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt.“ So seien laut der Arbeitsministerin über 300.000 sozialversicherungspflichtige Jobs für Arbeitnehmer im Alter von über 50 alleine im Krisenjahr 2009 entstanden. „Das reicht noch nicht, aber die Wirtschaft erkennt immer mehr, wie sehr sie auch das Erfahrungswissen der älteren Mitarbeiter braucht.”

Ähnlich äußerte sich auch der saarländische Ministerpräsident Peter Müller, der dem Spiegel sagte: „Wir sollten die Debatte um die Rente mit 67 nicht wieder eröffnen. Die Rente mit 67 wird erst im Jahr 2029 greifen, und bis dahin werden wir eine Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt erleben, dass auch ältere Arbeitnehmer wieder dringend gebraucht werden.“. Eine andere Meinung hingegen vetreten SPD und Linke, die die Rente mit 67 über die Prüfklausel stoppen wollen. Bei der Prüfklausel handelt es sich um einen Passus im – übrigens bereits verabschiedeten Gesetz – dass die Bundesregierung noch in  2010 erstmals und anschließend aller 4 Jahre prüfen muss, ob die Anhebung der so genannten Regelaltersgrenze unter Berücksichtigung der Entwicklung der Arbeitsmarktlage sowie der wirtschaftlichen und sozialen Lage älterer Arbeitnehmer weiterhin vertretbar erscheint.

Das Thema Rente mit 67 bleibt also spannend und heiß diskutiert. Fraglich ist jedoch, welche Lehre unsere Bundesbürger aus der Debatte ziehen sollen. Glaubt man der IG Metall, stehen uns allen rosige Zeiten mit 30 Stundenwochen und Rente ab 60 bevor. Laut Ministerin von der Leyen müssen wir uns zukünftig auch am 66. Geburtstag auf den Anruf eines Headhunters einstellen, der uns einen 3 Jahresvertrag incl. 20% Lohnerhöhung avisiert.

Wäre es nicht sinvoll, eine Betriebliche Altersvorsorge gesetzlich festzuschreiben, statt für eine 35 Stundenwoche zu streiken?

Eine private Altersvorsorge zusätzlich zur gesetzlichen Rente zu etablieren, statt uns bis zum letzten Atemzug Bewerbungen schreiben zu lassen?

Der Debatte als interessierter Betrachter beiwohnen darf schließlich der, der bereits heute rechtzeitig und nachhaltig in eine private und/oder betriebliche Altersvorsorge investiert hat und nicht auf eine Rente ab 67 angewiesen ist.

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